Laufverletzungen vorbeugen: Aufwärmen, Auslaufen und Umfang steigern
Laufen braucht keine besondere Ausrüstung, doch weil dieselbe Bewegung tausendfach wiederholt wird, sind Überlastungsverletzungen häufig. Zum Glück lassen sich viele Laufverletzungen schon dadurch reduzieren, dass man auf das Steigerungstempo beim Umfang achtet und sich auf- und ausläuft. Dieser Ratgeber erklärt die Ursachen typischer Verletzungen und Gewohnheiten, mit denen du heute beginnen kannst.
Dieser Artikel enthält allgemeine Trainingsinformationen und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden Schmerzen oder Schwellungen wende dich an einen Arzt.
Typische Verletzungen bei Läufern
- Schmerzen vorn am Knie: oft ein Druckgefühl rund um die Kniescheibe oder Schmerzen beim Treppabgehen. Häufig „Läuferknie“ genannt und oft mit schwacher Oberschenkel- und Hüftmuskulatur oder einem plötzlichen Umfangssprung verbunden.
- Schienbeinschmerzen: ein pochender Schmerz entlang der Innenkante des Schienbeins, typisch für Laufanfänger oder bei plötzlich mehr Distanz auf hartem Untergrund.
- Schmerzen an der Fußsohle: Sticht die Unterseite der Ferse bei den ersten Schritten am Morgen, kann das auf eine Überlastung der Plantarfaszie hindeuten.
- Achillessehnenschmerzen: Steifheit und Schmerz in der Sehne oberhalb der Ferse, oft nach einer plötzlichen Steigerung von Berg- oder Tempotraining.
Allen gemeinsam ist: Die Trainingsbelastung ist schneller gestiegen, als sich der Körper anpassen konnte. Die Ausdauer verbessert sich in wenigen Wochen, Knochen, Sehnen und Bänder brauchen dafür aber Monate. Wer Distanz und Tempo gleichzeitig steigert, nur weil die Atmung leichter fällt, öffnet genau diese Lücke.
Distanz langsam steigern – immer nur eine Sache
Eine unter Läufern verbreitete Faustregel lautet, den Wochenumfang gegenüber der Vorwoche nur um etwa 10 % zu erhöhen. Bist du diese Woche 20 km gelaufen, sind nächste Woche rund 22 km angemessen. Das ist kein exakter wissenschaftlicher Grenzwert, aber ein guter Schutz vor sprunghaften Steigerungen. Weitere Grundsätze:
- Distanz und Intensität nicht gleichzeitig steigern. In einer Woche mit mehr Distanz keine zusätzlichen Intervalle oder Bergläufe.
- Alle 3–4 Wochen eine leichtere Woche einplanen. Den Wochenumfang um 20–30 % senken, damit sich der Körper erholen kann.
- Weniger Lauftage hintereinander. Einsteiger legen zwischen zwei Läufe am besten einen Ruhetag oder einen lockeren Spaziergang.
5–10 Minuten Aufwärmen
Mit kalten Muskeln Tempo zu machen, erhöht das Verletzungsrisiko. Vor dem Laufen eignet sich ein dynamisches Aufwärmen, das die Gelenke durch ihren Bewegungsumfang führt, besser als statisches Dehnen (eine Position lange halten).
- 3–5 Minuten zügiges Gehen oder sehr lockeres Traben
- Beinschwingen: an einer Wand abstützen, pro Bein 10-mal vor und zurück und 10-mal seitlich
- Ausfallschritte im Gehen: 10 große Schritte
- Kniehebeläufe und Anfersen: je 20 Sekunden auf der Stelle
- Den ersten Kilometer des Hauptlaufs langsamer als geplant laufen
Auslaufen und Erholung
Statt nach dem Lauf abrupt stehen zu bleiben, 3–5 Minuten gehen oder locker traben, um den Puls zu senken, und dann Waden, Oberschenkelvorder- und -rückseite sowie Gesäß je 20–30 Sekunden statisch dehnen. Guter Schlaf, ausreichend Flüssigkeit sowie Eiweiß und Kohlenhydrate in der Mahlzeit danach helfen ebenfalls, dich für den nächsten Lauf zu erholen.
Zweimal pro Woche 10 Minuten Krafttraining
Laufen allein macht die Hüft-, Oberschenkel- und Wadenmuskeln, die die Landekräfte abfangen, nicht stark genug. Schon 10 Minuten an lauffreien Tagen helfen, Knie und Sprunggelenke zu entlasten.
- Kniebeugen: 3 × 15
- Glute Bridge (in Rückenlage das Becken anheben): 3 × 15
- Wadenheben: 3 × 20
- Unterarmstütz (Plank): 3 × 30 Sekunden
Wann Laufschuhe ersetzt werden sollten
Die Dämpfung eines Laufschuhs lässt allmählich und unbemerkt nach. Häufig werden etwa 500–800 km als Richtwert für den Austausch genannt; je nach Körpergewicht und Laufstil kann der Verschleiß schneller gehen. Ist die Sohle einseitig stark abgelaufen oder verschwinden neue Beinschmerzen mit einem neuen Paar, war der Zeitpunkt schon überschritten. Wer seine Kilometer notiert, kann ihn leichter abschätzen.
Wann du pausieren solltest
- Eine bestimmte Stelle schmerzt auf Druck und der Schmerz wird beim Laufen stärker
- Es gibt eine Schwellung oder du beginnst zu hinken
- Der Schmerz lässt auch nach mehreren Ruhetagen nicht nach
Ein paar Tage Pause wirken sich kaum auf deine Form aus – wer dagegen mit Schmerzen weiterläuft, bis die Verletzung schlimmer wird, fällt womöglich Wochen oder Monate aus.
Bei Pace League werden deine Läufe nach Datum gespeichert, sodass du den Gesamtumfang dieser Woche leicht mit dem der Vorwoche vergleichen kannst. Wenn du die Distanz steigerst, prüfe die wöchentliche Zunahme im Verlauf und plane so, dass du es nicht übertreibst.